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Gößweinstein
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Gößweinstein [sprich: ] ist ein Markt und die flächenmäßig größte Gemeinde im oberfränkischen Landkreis Forchheim mit etwa 4000 Einwohnern. Sie liegt in der Fränkischen Schweiz oberhalb des Zusammenflusses von Wiesent, Ailsbach und Püttlach bei Behringersmühle. Markant sind die Burg und die nach den Plänen von Balthasar Neumann erbaute Wallfahrtsbasilika.
Contents
• Geographie
• Nachbargemeinden
• Geschichte
• Eingemeindungen
• Politik
• Marktgemeinderat
• Bürgermeister
• Wappen
• Eisenbahn
• Straßenverkehr
• Kultur und Sport
• Museen
• Bauwerke
• Aussichtspunkte
• Flora
• Literatur
• Weblinks
• Einzelnachweise
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Geographie
Geographische Lage
Gößweinstein liegt im Herzen der Fränkischen Schweiz inmitten des Städtedreiecks Bamberg, Bayreuth und Nürnberg.
Nachbargemeinden
Nachbargemeinden sind (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Waischenfeld, Ahorntal, Pottenstein, Obertrubach, Egloffstein, Pretzfeld, Ebermannstadt und Wiesenttal.
Gemeindegliederung
Die Gemeinde Gößweinstein hat 31 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):cite-ref-2[2]cite-ref-3[3]
• Allersdorf (Dorf)
• Behringersmühle (Dorf)
• Bösenbirkig (Dorf)
• Etzdorf (Dorf)
• Geiselhöhe (Weiler)
• Gößweinstein (Hauptort)
• Hardt (Dorf)
• Hartenreuth (Dorf)
• Hühnerloh (Dorf)
• Hungenberg (Dorf)
• Kleingesee (Kirchdorf)
• Kohlstein (Dorf)
• Leimersberg (Dorf)
• Leutzdorf (Dorf)
• Liebenau (Weiler)
• Moritz (Dorf)
• Morschreuth (Dorf)
• Moschendorf (Weiler)
• Prügeldorf (Einöde)
• Sachsendorf (Dorf)
• Sachsenmühle (Weiler)
• Sattelmannsburg (Dorf)
• Schweigelberg (Einöde)
• Stadelhofen (Dorf)
• Stempfermühle (Einöde)
• Türkelstein (Weiler)
• Ühleinshof (Dorf)
• Unterailsfeld (Dorf)
• Wichsenstein (Kirchdorf)
• Wölm (Dorf)
gemarkungenEs gibt auf dem Gemeindegebiet die Gemarkungen Behringersmühle, Gößweinstein, Kleingesee (Gemarkungsteil 0), Leutzdorf, Morschreuth, Stadelhofen, Unterailsfeld und Wichsenstein (Gemarkungsteil 0).cite-ref-4[4] Die Gemarkung Gößweinstein hat eine Fläche von 6,079 km². Sie ist in 1698 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 3579,94 m² haben.cite-ref-5[5] In ihr liegt neben dem namensgebenden Ort der Gemeindeteil Kohlstein.cite-ref-6[6]
Geschichte
Bis zum 19. Jahrhundert
Die Burg „Goswinesteyn“ wurde 1076 erstmals urkundlich erwähnt. Vor 1102 fiel die Burg an das Hochstift Bamberg und war von 1348 bis 1780 Sitz eines Vogteiamtes der Bischöfe von Bamberg. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts waren die Burg und das Amt Gößweinstein an Hans, dann an Paul von Streitberg verpfändet. Die von Streitberg besaßen seit dem Mittelalter den Gößweinsteiner Zehnt als kaiserliches Lehen.cite-ref-7[7]
Im Jahr 1525 kam es im Bauernkrieg zu Zerstörungen und zum anschließenden Wiederaufbau. Im Zweiten Markgrafenkrieg 1553 wurde Gößweinstein ein weiteres Mal zerstört und wiederaufgebaut. Der Bamberger Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn (regierte von 1729 bis 1746) erhob Gößweinstein zum Markt. Bei der Säkularisation des Jahres 1803 kam das Gebiet des Hochstifts Bamberg zu Bayern.
Kreiszugehörigkeit
Eingemeindungen
Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Behringersmühle, Kleingesee, Stadelhofen, Unterailsfeld und ein Teil der aufgelösten Gemeinde Tüchersfeld (Hühnerloh und Kohlstein) in den Markt Gößweinstein eingegliedert.cite-ref-8[8] Am 1. Januar 1974 kam Leutzdorf hinzu. Morschreuth und die Orte Wichsenstein, Altenthal, Hardt, Sattelmannsburg und Ühleinshof von der aufgelösten Gemeinde Wichsenstein folgten am 1. Mai 1978.cite-ref-9[9]
Politik
Marktgemeinderat
Der Marktgemeinderat von Gößweinstein hat 16 Mitglieder zuzüglich des hauptamtlichen Bürgermeisters.
* Bürgervereinigung Marktgemeinde Gößweinstein
BĂĽrgermeister
Bürgermeister ist seit 2014 Hanngörg Zimmermann (Bürgervereinigung Marktgemeinde Gößweinstein).cite-ref-10[10] Er folgte auf Georg Lang (CSU). Bei der Kommunalwahl 2020 wurde er mit 79,3 % der gültigen Stimmen im Amt bestätigt.
Wappen
Wirtschaft und Infrastruktur
Ă–ffentlicher Personennahverkehr
Das gesamte Marktgebiet von Gößweinstein gehört zum Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH (abgekürzt: VGN). Es gibt mehrere regelmäßige Busverbindungen in die umliegenden Orte und Städte.
Eisenbahn
Der Markt Gößweinstein liegt an der Eisenbahnstrecke Forchheim–Behringersmühle. Während das Teilstück von Forchheim bis Ebermannstadt weiterhin durch Züge der agilis Verkehrsgesellschaft mbH bedient wird, wurde der Abschnitt Ebermannstadt bis Behringersmühle am 30. Mai 1976 für den Personenverkehr durch die Deutsche Bundesbahn stillgelegt. Allerdings gibt es mit der Dampfbahn Fränkische Schweiz vor allem in den Sommermonaten einen Museumsbetrieb. An der Strecke liegen die Bahnstationen Gößweinstein und die Endstelle Behringersmühle, die ebenfalls zum Markt Gößweinstein gehört. Ursprünglich sollte von der Station Behringersmühle nach 1930 die Strecke in Richtung Pottenstein oder sogar bis Pegnitz zum Anschluss an die Hauptstrecke Nürnberg–Bayreuth weitergebaut werden. Dieses Vorhaben konnte wegen der einsetzenden Weltwirtschaftskrise und der später wachsenden Bedeutung des Straßenverkehrs nicht mehr umgesetzt werden. Die nächsten regelmäßig bedienten Bahnhofshalte sind die Station Ebermannstadt, von wo aus es stündlich Verbindungen nach Forchheim gibt, Gräfenberg mit stündlichen Zügen nach Nürnberg-Nordost sowie der Bahnhof Pegnitz mit stündlichen Verbindungen nach Bayreuth und Nürnberg. Die nächsten Stationen der S-Bahn Nürnberg befinden sich in Forchheim und Kersbach.
StraĂźenverkehr
Mehrere Staatsstraßen stellen die Verbindung in die umliegenden Orte und Städte sicher. Der Markt Gößweinstein selbst ist von mehreren Straßen gut erschlossen. Die nächste Bundesstraße, die Bundesstraße 470 führt durch den Gemeindeteil Behringersmühle. Die nächstliegenden Bundesautobahnen sind die Bundesautobahn 73 in Richtung Bamberg und Erlangen sowie die Bundesautobahn 9 in Richtung Bayreuth und Nürnberg.
Kultur und Sport
Am zweiten Weihnachtsfeiertag werden in den Straßen und auf den Berghängen der Stadt ab 16 Uhr, im Anschluss an ein 24-Stunden-Gebet in der Basilika, hunderte von Feuern entzündet.cite-ref-12[12] Gößweinstein liegt mitten im Klettergebiet Nördlicher Frankenjura. Zahlreiche Wander- und Radwege, unter anderem der Frankenweg und der Fränkische Marienweg führen durch den Markt.
SehenswĂĽrdigkeiten
Museen
• Wallfahrtsmuseum Gößweinstein
• Heimatkundliche Sammlung im Haus des Gastes
• Dampfbahn Fränkische Schweiz (Museumsbahn)
• Fränkisches Spielzeugmuseum
Bauwerke
• Die Wallfahrtskirche zur Heiligen Dreifaltigkeit mit Franziskanerkloster wurde 1730–1739 unter Fürstbischof Friedrich Carl von Schönborn nach Plänen von Balthasar Neumann, der auch selbst den Bau überwachte, erbaut. Die Kirche wurde 1948 auf Antrag des Franziskanerpaters Luchesius Spätling, der aus Gößweinstein stammte und in Rom als Theologiedozent tätig war, durch Papst Pius XII. zur päpstlichen Basilica minor erhoben.
• Viktor-von-Scheffel-Denkmal, an dem an beiden Seiten die Verse aus dem Gedicht Ausfahrt zu lesen sind:
„Ich fahr’ in die Welt! Mein Hutschmuck die Rose, mein Lager im Moose, Der Himmel mein Zelt. Mag trauern und lauern, wer will, hinter Mauern – Ich fahr’ in die Welt!“
Siehe auch
:
Liste der Baudenkmäler in Gößweinstein
und
Liste der Bodendenkmäler in Gößweinstein
Aussichtspunkte
Rund um den Ort gibt es mehrere Aussichtspunkte. Dazu zählen:
• der Gernerfels, der Kreuzberg mit Hochkreuz, die Martinswand und Bellevue, der Pavillon auf der Wagnershöhe
• die Ludwigshöhe (Theaterhöhle), der Bärenstein (529 m NN), die Fischersruh, die Nürnberger Kapelle
• der Aussichtsfelsen in Wichsenstein (585 m NN)
Freizeiteinrichtungen
• Natur-Freibad Gößweinstein
• Minigolfanlage Gößweinstein
• 3-D-Bogenparcour
• Kajak- und Bootsverleih
• Kneippanlagen im Kurpark und in Behringersmühle
• 250 km markierte Wanderwege
• Balthasar-Neumann-Rundwanderweg
• Reiterhof
• Fahrradverleihstation
• Quelle bei der Stempfermühle
• Kreativzentrum Morschreuth
• Frei-Schach in Behringersmühle
• Wassererlebnisplatz in Behringersmühle
• Bolzplatz in Behringersmühle
Flora
Die Gößweinsteiner Mehlbeere (Sorbus pulchra) kommt als endemische Mehlbeeren-Art ausschließlich in Gößweinstein und seiner unmittelbaren Umgebung vor.cite-ref-13[13] Sie zählt ebenso wie die Hersbrucker Mehlbeere (Sorbus pseudothuringiaca) zu den gefährdeten Arten in Deutschland.
Nördlich von Gößweinstein existiert am Nordhang des Wiesenttales ein schöner Bestand von Buchen und vergleichsweise vielen Eiben als deren Begleitbaumart. Das Gebiet wurde auf 32 Hektar als Naturwaldreservat ausgewiesen und steht seit 1982 als Naturwaldreservat Eibenwald bei Gößweinstein unter Naturschutz.cite-ref-14[14]
Persönlichkeiten
• Sebastião Wolf (* 1869 in Gößweinstein; †1936 in Porto Alegre) wanderte nach Brasilien aus und gewann als brasilianischer Sportschütze die Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen 1920.
• Josef Vilbig (1874–1956), Bauingenieur und Leiter der Obersten Baubehörde Bayerns
• Béatrice Hecht-El Minshawi (* 1947 in Behringersmühle), Expertin und Autorin für Interkulturelle Kompetenz
Historische Abbildungen
Literatur
• Franz X. Bogner: Die Fränkische Schweiz. Ein Luftbildportrait. Ellwanger Verlag, Bayreuth 2007, ISBN 978-3-925361-62-3, S. 50–54.
• Johann Kaspar Bundschuh: Gößweinstein. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 2: El–H. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1800, DNB 790364298, OCLC 833753081, Sp. 354 (Digitalisat).
• Pleikard Joseph Stumpf: Gößweinstein. In: Bayern. Ein geographisch-statistisch-historisches Handbuch des Königreiches. Zweiter Theil. München 1853, OCLC 643829991, S. 623–624 (Digitalisat).
• Martin Zeiller: Goßmanstein. In: Matthäus Merian (Hrsg.): Topographia Franconiae (= Topographia Germaniae. Band 9). 1. Auflage. Matthaeus Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 43 (Volltext [Wikisource]).
Weblinks
Commons
: Gößweinstein
– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wikivoyage: Gößweinstein
– Reiseführer
• Gößweinstein und Behringersmühle
• Foracheim: Wallfahrtsbasilika in Gößweinstein
• Gößweinstein: Amtliche Statistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik
• Luftbilder des Wallfahrtsortes
• Gößweinstein in der Ortsdatenbank von bavarikon.
Einzelnachweise
cite-note-metadaten-einwohnerzahl-de-by-11. Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2024. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern – Basis: Zensus 2022. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Juni 2025, abgerufen am 15. August 2025 (Hilfe dazu).
cite-note-22. ↑ Gemeinde Gößweinstein in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 4. Januar 2020.
cite-note-33. ↑ Markt Gößweinstein, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 13. Dezember 2024.
cite-note-44. ↑ Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
cite-note-55. ↑ Gemarkung Gößweinstein (092640). In: geoindex.io. Geoindex Aktiengesellschaft, abgerufen am 3. Januar 2026.
cite-note-66. ↑ Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen - Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 3. Januar 2026.
cite-note-77. ↑ Dieter Zöberlein: Die von Streitberg, Geschichte einer fränkischen Adelsfamilie. Selbstverlag, Burggrub 2018.
cite-note-88. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 549.
cite-note-99. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 683 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
cite-note-1010. ↑ Verwaltung > Sachgebiet I – Erster Bürgermeister. Gemeinde Gößweinstein, abgerufen am 2. August 2020.
cite-note-wappen-112. Wappen von Gößweinstein in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
cite-note-1212. ↑ Martin Droschke: Gößweinstein in der Fränkischen Schweiz verwandelt sich heute bei Anbruch der Dämmerung in einen übergroßen Weihnachtsbaum. In: Franken 2024. Franken-Wissen für das ganze Jahr. Emons Verlag, Köln 2023, ISBN 978-3-7408-1797-8, Blatt 26. Dezember.
cite-note-1313. ↑ Norbert Meyer: Steckbriefe zu den Gefäßpflanzen Bayerns, Sorbus pulchra N. Mey. Botanische Staatssammlung München, abgerufen am 3. Juni 2014.
cite-note-1414. ↑ Kartenwerk der Schutzgebiete des Bundesamtes für Naturschutz